Forschung
Forschungsgebiete
Der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich in der Forschung mit Konzepten der ökonomischen Steuerung großer, verteilter Informationssysteme in wirtschaftlichen Anwendungsumgebungen mit Echtzeitanforderung.
Die Visionen zukünftiger Informationssysteme des 21. Jahrhunderts (Schlagworte sind Ubiquitous Computing, Pervasive Computing, Ambient Intelligence) bestehen aus kleinsten Prozessoren, die hochvernetzt miteinander interagieren. Das Netz ist der Computer - die Geräte werden für unsere Augen unsichtbar sein und mit der physischen Umgebung "verwoben", z.B. als RFID-Chips in Kleidungsstücken, Möbeln, Wänden oder medizinischen Geräten. Prozessorzeit und Speicherplatz werden bei Bedarf aus dem Netz bezogen, ähnlich wie im heutigen Elektrizitätsnetz (Grid Computing, Utility Computing). Ein potentiell globales Computernetz mit hoher Verfügbarkeit kann heute vorausgesetzt werden, globale Standards für Kommunikationsprotokolle (HTTP, SOAP) und Datenauszeichnung (XML) sind bereits in weitem Gebrauch.
Das serviceorientierte Paradigma der Service-Orientierten Architekturen (SOA) erschafft die Möglichkeit, Kooperationsnetzwerke aus Servicekomponenten in kurzer Zeit zu bilden, flexibel zu reorganisieren, und schnell wieder auflösen zu können. Technische Kommunikationsstandards ermöglichen einen schnellen Wechsel der Komponenten, ohne dass Anpassungszeit und -aufwand die erworbene Flexibilität wieder zunichte machen.
Die ökonomische Vision dieser Netzwerke liegt in der Möglichkeit, dass menschliche Teilnehmer, aber auch künstliche Teilnschnell und einfach einem solchen Netzwerk beitreten können und von den dort wirkenden Rückkopplungs-, Netzwerk- und Skaleneffekten profitieren können. Komplementär dazu ist auch für solche Netzwerkteilnehmer, welche zum Geschäftsmodell des Netzes nicht weiter positiv beitragen, ein Ausscheiden aus dem Netzwerk und Ersatz durch einen anderen Teilnehmer leichter möglich. Phänomene wie die hohe Dynamisierung der Geschäftsbeziehungen mit Kostensenkungsdruck und immer kürzeren Innovationszyklen im Produktions- und Dienstleistungsbereich, die Diskussion über die neue Bedeutung von In-, Out- und Rightsourcing oder des long tail Effektes zeigen die Bedeutung dieser Entwicklung über die Technik hinaus.
In den sich daraus ergebenden Informationssystemen kann eine Steuerung nur noch zum geringsten Teil über zentrale Steuerungsverfahren stattfinden. Für Entwurf und Steuerung grosser Computersystemen sind Verfahren der Selbstorganisation notwendig (vgl. Autonomic Computing), wie sie z.B. der biologischen Evolution, sozialem Gruppenverhalten und Marktdynamik (Katallaxie von F.A. von Hayek) zugrunde liegen, um die Beschränkungen heutiger Informationssysteme zu umgehen, wie z.B. Skalierbarkeitsprobleme, hohe Unterhaltskosten und geringe Anpassbarkeit.
Besondere

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