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Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre VII – Wirtschaftsinformatik – Professor Dr. Torsten Eymann

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Forschung

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich in der Forschung mit Konzepten stabilitätsfördernder Steuerungsmechanismen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf verteilten Informationssystemen in wirtschaftlichen Anwendungsgebieten mit Echtzeitanforderung. Innerhalb dieses weiten Themengebiets befassen wir uns mit zwei fundamentalen Forschungsfragen.

Dabei setzen wir empirische Forschungsmethoden ein, um zu verstehen, wie technologischer Fortschritt die Stabilität und Effizienz von IT-Systemen beeinflusst. Darauf aufbauend kommt Design-orientierte Forschung zum Tragen, bei der Software-Artefakte erstellt werden um die Stabilität und Effizienz von IT-Systemen zu verbessern.

Unsere Forschung kann in Analogie zu Themengebieten aus Informatik und Managementliteratur kategorisiert werden. In beiden Fällen erweitert unsere Forschung die interdisziplinäre Schnittstelle zwischen Informatik und Management.

Forschungsgebiete am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik von Prof. Eymann.

Computer Science Topics: Ambient Intelligence, Ubiquitous Computing, Pervasive Computing, Peer-to-Peer-Computing, Grid Computing, Utility Computing, Service-Oriented Computing

Informationssysteme im 21ten Jahrhundert zeichnen sich durch eine immer höher werdende Verknüpfung aus. Visionäre Ansätze gehen davon aus, dass eine komplette Verknüpfung klein-skalierter Prozessoren entstehen wird, welche innerhalb eines Netzwerks interagieren und kommunizieren. Der service-orientierte Ansatz von Service-Orientierten-Architekturen (SOA) schafft dabei Möglichkeiten, flexible Kooperationsnetzwerke zu installieren, welche sich selbstständig und schnell Reorganisieren und Auflösen können. Objekte werden unsichtbar und sind vollkommen in die Umwelt integriert, was zu der Aussage führt – das Netzwerk sei der Computer. Beispiele für integrierte Objekte sind bspw. Stoffe, Möbel und Krankenhausapparatur, welche durch RFID-Technologie erweitert werden können. Rechenleistung und Speicherplatz werden on-demand konsumiert – direkt aus dem Netzwerk. Technische Kommunikationsstandards ermöglichen einen schnellen Wechsel von Komponenten bei gleichzeitiger Kosten- und Zeiteffizienz. Diese technologischen Entwicklungen bilden die Basis für innovative Managementanwendungen.

Management Science Topics: Digital Business Agents, Silent Commerce, Now Economy

Die ökonomische Vision dieser Netzwerke liegt in der Möglichkeit, dass menschliche Teilnehmer, aber auch Software-Agenten (bspw. Digital Business Agents – DBA) schnell und einfach einem solchen Netzwerk beitreten und von den dort wirkenden Rückkopplungs-, Netzwerk- und Skaleneffekten profitieren können. Diese DBAs können menschliche Käufer und Verkäufer in digitalen Prozessen und Umgebungen unterstützen, was allgemeinen Handel und Geldtransaktionen beinhaltet. Dies führt zu einer Reduzierung der Transaktionskosten. Viele Transaktionen werden dabei lokal und dezentralisiert erfolgen – direkt zwischen den einzelnen Agenten. DBAs werden mit vielen verschiedenen Transaktionspartnern auf einmal verhandeln können – wodurch Verträge innerhalb von Millisekunden realisiert werden können. DBAs werden in der Lage sein komplette Geschäftstransaktionen im Hintergrund zu erledigen, ohne die Notwendigkeit der menschlichen Intervention. In den sich daraus ergebenden Informationssystemen kann eine Steuerung nur noch zum geringsten Teil über zentrale Steuerungsverfahren stattfinden.

Ein stabilitätsförderndes Konzept ist die Kontrolle von Informationssystemen anhand von Selbstorganisation, wie sie z.B. in der biologischen Evolution, sozialem Gruppenverhalten und Marktdynamik (Katallaxie von F.A. von Hayek) zu finden sind. Dabei stellt das Konzept der Selbstorganisation eine Möglichkeit dar, um Beschränkungen heutiger Informationssysteme zu umgehen, wie z.B. Skalierbarkeitsprobleme, hohe Unterhaltskosten und geringe Anpassbarkeit.


Verantwortlich für die Redaktion: Univ.Prof.Dr. Torsten Eymann

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